Archive for the ‘Echt ostfriesisch’ Category

Labskaus

Januar 20, 2008

Gestern Abend hatten wir eine echte Premiere. Es gab Labskaus, ein Gericht meiner Kindheit, das ich damals nie gern gegessen habe und seitdem auch nicht wieder. Neulich gab es aber in unserem Lieblingsdiscounter Corned Beef im Angebot, so dass wir eine Dose im Vorratsraum hatten. Da Labskaus zwar nicht ganz ein echt ostfriersisches, aber ein norddeutsches Gericht ist, musste ich es aber wenigstens mal ausprobieren. Hier öffnet Herr Chaosküche zunächst einmal die Dose. Ich muss sagen, dass es mit dem Fett außendrum eher kein so appetitlicher Anblick war.

dose.jpg

Für Labskaus, so wie ich es kenne, wird das Corned Beef mit gekochten Kartoffeln und angedünsteten Zwiebeln zu einem Brei gestampft. Hier seht Ihr es im Topf.

labskausimtopf.jpg

Manche stampfen auch gleich Fisch, eingelegte Rote Bete oder Essiggurken mit hinein. Ich kenne das jedoch als Beilage. Hier ist also das fertige Labskaus mit roten Beten, sauren Gurken und einem Heringsröllchen. Eigentlich gehört noch ein Spiegelei dazu, aber darauf haben wir mal verzichtet. Uns beiden hat das Labskaus wirklich sehr gut geschmeckt. Das kann es nun bei uns ruhig auch öfter geben. Für mich war es ein Geschmack nach Kindheit. 🙂

labskausteller.jpg

Labskaus

Zutaten für 2 Portionen:

  • ca. 500 gr Kartoffeln
  • 200 gr Corned Beef
  • 1 Zwiebel
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • etwas Öl
  • etwas heißes Wasser

Zubereitung:

Kartoffeln schälen und kochen. Zwiebel würfeln und in etwas Öl glasig dünsten. Das Corned Beef kurz mitdünsten. Dann Zwiebel, Corned Beef und Kartoffeln zu einem Brei zerstampfen, ggf. durch Zugabe von heißem Wasser cremiger werden lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Mit eingelegten roten Beten, sauren Gurken, Matjes oder Hering und Spiegelei servieren.

Advertisements

Steckrübengemüse

Dezember 20, 2007

Wie Ihr merkt, ist hier in der Chaosküche gerade nicht so viel los. Das liegt aber eher daran, dass bei mir, neben der Chaosküche gerade sehr viel los ist. Dies ist nicht nur der übliche Vorweihnachtsstress, sondern vor allem dass ich mit meiner Disseration so langsam in die Endphase gelange. Das heißt nicht, dass ich nicht mehr koche, denn abends will ich ja auch satt werden, aber meine Motivation dabei besonders einfallsreich zu sein und das dann auch noch zu beschreiben, lässt etwas zu wünschen übrig. Ich hoffe da auf Euer Verständnis. So eine Dissertation ist wirklich keine Sache, die man mal eben so nebenbei machen kann, wie ich gerade feststellen muss.

Damit Ihr aber auch mal wieder was zu gucken habt, zeige ich Euch heute ein Bild von einem sehr einfachen Abendessen, das es neulich bei mir gab: Steckrübengemüse mit Pellkartoffeln und heller Soße. Einfach und schnell zuzubereiten, lecker und ein echten Soulfood nach einem stressigen Arbeitstag, da mich Steckrüben immer an meine Oma und zu Hause erinnern. Meine Oma hat einfach den besten Steckrübeneintopf gekocht, bei ihr natürlich mit Bauchspeck und dicker Rippe.

steckruebe.jpg

Chaoskueche unterwegs: 65. Geburtstag im Hotel Novum

Oktober 28, 2007

Den 65. Geburtstag meines Vaters haben wir am Wochenende im Hotel Novum gefeiert. Das Restaurant ist wirklich empfehlenswert: sehr netter Service, tolle Auswahl und sehr leckeres Essen. Neben einer saisonalen Muschelkarte gibt es dort Fisch und Fleisch in vielen Variationen, dazu einige ostrfriesische Klassiker und auch einige vegetarische Gerichte.

Ich hatte zur Vorspeise „Nordseekrabben auf Schwarzbrot mit Salatgarnitur“. Auf das Spiegelei dazu habe ich verzichtet. Das war auch gar kein Problem, das Essen umzubestellen. So habe wir die Portion, die ich mit meiner Tante geteilt habe, gleich auf 2 Tellern serviert bekommen. Nordseekrabben laufen bei uns zu Hause übrigens unter dem plattdeutschen Wort „Granat“. Ich finde, Granat ist noch mal ein ganz anderer und besonderer Genuss im Vergleich zu Schrimps, Garnelen und Co.

krabbenbrot.jpg

Als Hauptgang hatte ich ein „200g Filetsteak“, dazu einen großen Salat (mit Dressing separat, bitte! 😉 ) und Brot mit Kräuterbutter. Das ist auch ein wunderbares Angebot dieses Restaurants, dass man sein Fleisch aussuchen und dazu die Beilagen, wie Ofenkartoffeln oder Bratkartoffeln, Gemüse oder Salat frei wählen kann.

steak.jpg

Auf den Nachtisch muss ich leider verzichten, da ich satt war und es dahim noch Kaffee und Kuchen gab. Allerdings hatte ich einen sehr aufmerksam servierten Espresso. Die Nachtischkarte ist aber doch durchaus reizvoll. Neben einigen Eisbechern gibt es eine größere Kuchenauswahl.

espresso.jpg

Wenn ich in Ostfriesland heiraten würde, wäre das durchaus ein Ort, den ich dafür in Erwähgung ziehen würde.

Steckrübeneintopf

Oktober 15, 2007

Steckrüben finde ich echt klasse. Daher habe ich gleich welche mitgenommen, als ich am Samstag auf dem Markt war. Hier heißen die Steckrüben übrigens „Erdkohlraben“ und werden eher als Viehfutter bezeichnet. So denkt zumindest mein Schwieger-Opa. Bei mir zu Hause in Ostfriesland ist Steckrübeneintopf ein Klassiker. Ich habe ihn geliebt, wenn meine Oma ihn gemacht hat. Da kam dann allerdings noch grobe Mettwurst und Bauchfleisch dazu. Hier ist eine vegetarische Variante, die mit den braunen Zwiebeln obendrauf ein echtes Crossover-Gericht ist, denn die Zwiebeln sind hier in der Pfalz sehr beliebt, kommen aber bei mir zu Hause eher nicht vor.

steckrube.jpg

Zutaten:

  • Kartoffeln
  • Steckrübe (eher mehr Steckrübe als Kartoffeln)
  • Salz, Pfeffer, Muskat (und für mich: Maggi ;-))

Zubereitung:

Steckrüben und Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. In Salzwasser in ca. 20 Minuten weichkochen. Dann abgießen, etwas durchstampfen und würzen. Nach Belieben mit braunen Zwiebeln oder Fleisch servieren.

Fundsachen: Grünkohl

August 27, 2007

Neulich habe ich ein vergessenes Paket Grünkohl im Gefrierschrank im Keller gefunden. Das muss wohl vom vergangenen Winter übrig geblieben sein. Was also damit machen?

gruenkohlpaket.jpg

Irgendwo in den Tiefen des Webs war mir dann ein Rezept für Nudeln mit Grünkohl begegnet. Das musste probiert werden…!

Ich habe den Grünkohl also genauso gemacht, wie wenn ich Nudeln mit Spinat mache: Gewürfelte Zwiebeln andünsten, dann den Grünkohl dazu und ca. 30 Minuten mit etwas Salzwasser köcheln lassen. Gewürzt habe ich ihn dann mit Salz, Pfeffer und Muskat. Dazu gab es einfach Vollkornspaghetti.

gruenkohlnudeln.jpg

Herrn Chaosküche hat’s gut geschmeckt. Er meinte, er könne Nudeln mit Grünkohl sogar ab und zu mal essen. Ich fand die Kombination eher seltsam. Zu Grünkohl gehören für mich einfach Kartoffeln, Kassler und Winter. Ende August bei sommerlichen 28 Grad war Grünkohl einfach nichts für mich. Ich habe dann meine Nudeln mit Zigeunersoße gegessen. 😉

Bread Baking Day 2: Krintstuut

Juli 25, 2007

738015271_6f73287712_o.jpgThe topic for Bread Baking Day #2 is „Bread with fruit“. My impression is that in Germany, bread with fruit almost is immediately called cake. The only things I came up with entitled bread were Fruit Bread, which I think is more a Christmas thing here and which I actually do not really like, Banana Bread, which I already recently tried, and bread with raisins.

So I decided to bake Rosinenbrot or Krintstuut, as it is called in Ostfriesland where I originally come from. This is a sweet white wheat yeast bread containing rasins. It is best served with butter only.

breadfruit.jpg

Ingredients:

  • 1 pkt dry yeast
  • 450 g wheat flour (type 550)
  • 1 egg
  • 200 ml milk (lukewarm)
  • 50 g butter (I always use the reduced fat version)
  • 45 g sugar
  • 1 pkt Vanilla sugar
  • 100g rasins
  • some cinnamon and nutmeg

Preparation:

Make an elastic dough out of all ingredients except the raisins and leave it to rest for 45 minutes until it has doubled. In the mean time put the raisins to soak in some hot water with some rhum, if you like. Then dry the raisins and add them to the dough. Kneed dough well again and form it into a plait shape. Then put it on a baking tray or into a buttered baking form and leave it to rest for another 30-45 minutes. Then bake it in the oven at 200 °C for about 45 minutes. Best served with butter only.

Zu Besuch in Ostfriesland: Teetied

Juni 26, 2007

tee.jpg

Wir waren am Wochenende zu Besuch bei meinen Eltern in Ostfriesland. Hier ein Bild unserer Teetied in der Museumsstube der Emder Kunsthalle mit Erdbeerkuchen und Ostfriesentee. In der Fremde bin ich eigentlich zum Kaffeetrinker geworden. Am liebsten mag ich Espresso und liebäugele mit der Anschaffung einer Siebträgermaschine, aber zu Hause darf echter Ostfriesentee einfach nicht fehlen. Wegen des Umbaus gibt es in der Kunsthalle gerade nicht so viel zu sehen, aber ich habe mir einige Anregungen für meine eigenen Arbeiten holen können.

Echt ostfriesisch – Neujahrsröllchen

Januar 2, 2007

Über die Feiertage war ich bei meinen Eltern. Bei uns in Ostfriesland dürfen im neuen Jahr die Neujahrsröllchen, Rullerkes oder Knappkauken, wie mein Opa sagt, nicht fehlen. Also habe ich mit meiner Mutter welche gebacken. Mein Freund meint, sie erinnern ihn an Eiswaffeln, aber ich finde, sie haben einen ganz besonderen eigenen Geschmack, irgendwie nach Heimat.

Zutaten für den Teig: (ergibt ungefähr 35 Röllchen)

200 g Kandis oder Kluntje, wie man bei uns sagt
125 g Butter
1 Ei
350 g Mehl
1/4 l heisses Wasser
Anis

Zubereitung:

Kandis in heissem Wasser auflösen und Butter schmelzen. Dann Kandislösung, Mehl, Butter, Ei und Anis zu einem flüssigen Teig verrühren. Wenn der Teig nicht flüssig genug ist, muss noch mehr heisses Wasser zugegeben werden, da die Waffelröllchen nicht zu dick werden dürfen, sonst werden sie gummiartig und nicht hart und knusprig. Den Teig über Nacht ruhen lassen, ggf. mit heissem Wasser noch weiter verdünnen.

Die Röllchen werden in einem speziellen Waffeleisen ausgebacken,

waffeleisen

bis sie goldbraun sind.

waffelnbacken

Solange die Waffeln noch heiss und weich sind, werden sie zu kleinen Rollen aufgerollt. Das hier muss meine Mutter machen, weil die Waffeln für mich immer zu heiss sind. 🙂

aufrollen

Und so sehen dann die fertigen Neujahrsröllchen aus.

rollen

Man kann sie dann noch mit Rumsahne, Vanillepudding o.ä. füllen, aber das ist bei uns nicht üblich. Diese Ladung Röllchen sind auch extra eng gerollt, damit mehr in die Transportdose gehen. In diesem Sinne, einen guten Rutsch!
—–

Echt ostfriesisch: Grünkohl

November 12, 2006

Heute Abend gab’s bei uns ein echtes ostfriesisches Winteressen, zwar in einer etwas entschärften, weniger fetten Variante, aber sehr lecker und wie zu Hause. Ausserdem habe ich beim Schlachter, oder wie das hier heißt Metzger, immer Probleme, das Fleisch zu bekommen, was man daheim zum Grünkohl ißt. Deshalb musste ich heute auf frische grobe Mettwurst verzichten. Kohlpinkel mag ich nämlich gar nicht gerne. Aber beim nächsten Mal werden wir mal diesen Saumagen in Bratwurstform probieren, den mir die Frau beim Schlachter als Alternative empfohlen hat.

Bereits letztes Wochenende hatte ich auf dem Markt Grünkohl gekauft. Von diesem habe ich die Blätter gelöst, die Strünke entfernt und die Blätter ein wenig kleiner geschnitten. Dann habe ich den Grünkohl ca. 10 Minuten abgekocht, im Fleischwolf kleingemahlen und eingefroren. Bei frischem Grünkohl ist es wichtig, dass man mehr kauft, als man denkt, dass man braucht, weil das nach dem Putzen und Abkochen immer recht wenig wird.

Zutaten für Grünkohl:
Grünkohl frisch oder TK (Für frischen Grünkohl ist die Zubereitung wie oben beschrieben.)
etwas durchwachsenen Speck
1 Zwiebel
Öl
1-2 TL Graupen
Salz, Pfeffer, Senf

Zubereitung:
Die Zwiebel würfeln und den Speck kleinschneiden. Beides in ein wenig Öl andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind, am Schluss die Graupen noch kurz mitdünsten. Dann den Grünkohl dazugeben und evtl mit etwas heissem Wasser angießen. Das Ganze solange köcheln lassen, bis der Kohl weich und die Graupen ausgequollen sind. Den Kohl mit Salz, Pfeffer und Senf abschmecken und genießen.

Dazu serviert man Salzkartoffeln und Kassler, Mettwurst, Kohlwurst oder auch Rippchen, was man eben am liebsten mag. Das Fleisch wird zum Ende der Kochzeit zum Kohl gegeben, so dass es darin gar ziehen kann. Und so sah das Sonntagsessen bei uns dann heute aus.

gruenkohl
—–

Food from outer space – Mehlpüt

Oktober 11, 2006

Sieht aus wie eine fliegende Untertasse, ist aber ein traditionelles ostfriesisches Gericht. Die Antwort der Ostfriesen auf die Dampfnudel. 🙂

Blog-Event XVII: Oktoberfest

Und mein Beitrag zum Blog-Koch-Event „Oktoberfest“, denn dort gibt’s ja sicher auch Dampfnudeln, Germknödel oder Artverwandtes.

In Gänze …
mehlpuet1

… und angeschnitten…!

melpuet2

Rezept: (der ganze Teig hat 17 Punkte)

Zutaten: 260g Mehl, 1/2 Tüte Trockenhefe, 1 Ei, 1 Prise Zucker, 180 ml Milch, 1 TL Halbfettmargerine, 1 Prise Salz

Zubereitung:
Zutaten in eine Schüssel geben und den Teig gut kneten werden. Zum Aufgehen (ca. 60 Minuten) wird der Teig auf ein bemehltes Tuch an einen warmen Ort gelegt. In der Zwischenzeit wird in einem Topf Wasser zum Kochen gebracht. Der aufgegangene Teig wird mit dem Tuch unter den Topfdeckel gehängt und eine 3/4 Stunde über dem Wasser im Dampf gekocht.
Wichtig: Der Teig darf nicht im Wasser hängen und man muß aufpassen, dass das Wasser nicht verkocht. Den Mehlpütt isst man warm, mit Vanillezucker und Birnenkompott.
—–